Vous aimez lire ? Vous avez envie de découvrir la littérature germanophone contemporaine ? Venez donc participer au cercle littéraire de la Maison de Heidelberg ! Nous discuterons ensemble d’une oeuvre lue à l’avance, choisie en commun au fur et à mesure des rencontres et, bien sûr, selon nos goûts.
Am Donnerstag, den 19. Mai 2005 um 20.00 Uhr geht es um das Buch von Uwe Timm : Am Beispiel meines Bruders
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2003
Kurzbeschreibung Karl Heinz Timm, geboren 1924 in Hamburg, gestorben 1943 in einem Lazarett in der Ukraine - Erst nach dem Tod von Mutter und Schwester fühlt Uwe Timm sich frei genug, über seinen sechzehn Jahre älteren Bruder zu schreiben, der sich 1942 freiwillig zur SS-Totenkopfdivision gemeldet hatte und nicht mehr zurückkehrte. Der Neunzehnjährige lebt weiter in der Trauer der Eltern, ihren Erzählungen, den sprachlichen Wendungen, die für sein Schicksal bemüht wurden, aber auch in den Träumen des jüngeren Bruders, der kaum eigene Erinnerungen an ihn hat. Warum wurden diese Träume nach einem halben Jahrhundert immer drängender ? Der Impuls, über den Bruder zu schreiben, sich ein Bild von ihm zu machen, von seiner Generation im Nazikrieg, erwächst bei Uwe Timm auch aus der Notwendigkeit, über die Voraussetzungen der eigenen Biographie Klarheit zu gewinnen. Es ist die Frage nach familiären Prägungen, nach Werten und Erziehungszielen, nach Liebe, Nähe und Respekt unter den Bedingungen des nationalsozialistischen Zivilisationsbruchs. Warum hat sich der Bruder freiwillig zur SS gemeldet ? Wie ging er mit der Verpflichtung zum Töten um ? Welche Optionen hatte er, welche Möglichkeiten blieben ihm verschlossen ? Wo ist der Ort der Schuld, wo der des Gewissens bei den Eltern, die ihn überlebt haben ? Uwe Timms neues Buch ist ein bewegender und nachdenklicher Versuch über den Bruder, über Schuld und Erinnerung, es ist auch ein Porträt der eigenen Familie und eine Studie darüber, welche Haltungen den Nationalsozialismus und den Krieg möglich machten, was das mit uns zu tun hat und wie man darüber sprechen kann. Ein schönes, kluges und trauriges Buch, das einen nicht loslässt.
Le Cercle littéraire est animé par Gerhard Wieser et Nicole Leier, lectrices ou lecteurs du DAAD au Département d’allemand de l’université Paul Valéry - Montpellier III et Hans Demes, Responsable Pédagogique de la Maison de Heidelberg
Contact : Maison de Heidelberg - Hans Demes 04 67 60 48 11 demes@maison-de-heidelberg.org
siehe auch unsere Internetseiten :
http://www.maison-de-heidelberg.org/article226.html