bannière
Thomas Glavinic : Wie man leben soll

Diesmal wollen wir einen Roman des österreichers Thomas Glavinic entdecken : Wie man leben soll

In seinem neuen Roman kreiselt Thomas Glavinic durch das selige Stadium der ewigen Pubertät seines Protagonisten.

 »Ein schreiend komischer, ein todernster, ein grandioser Roman.« Daniel Kehlmann, Autor von ›Ich und Kaminsku‹

Wenn man jung ist und ein Mann, dann kann es sein, dass man ein Schulterzucker, ein Sitzer ist. Zumindest, wenn man zu einer Generation gehört, die nicht so recht weiß, wie man nun eigentlich leben soll. Woher und von wem sollte man das auch wissen, wenn man, wie Karl »Charlie« Kolostrum, Teil einer überspannten Familie ist und eine Mutter hat, deren Neigung zum Alkohol und zu promiskuitivem Sex schon früh den Vater verjagte. Wenn man also, kurz gesagt, sich selbst überlassen und nur mit der eigenen Person und deren Wirkung beschäftigt ist, dann braucht man auch eigene Lebensregeln, und zwar in so ziemlich jeder Hinsicht.

Da wäre zunächst natürlich die Liebe, denn man braucht eine Freundin, um überhaupt zur Geltung zu kommen. Auch den Intellekt sollte man nicht unterschätzen, hier kommt die Kunst des Scheins vor allem Sein. Unabdingbar ist außerdem die Frage nach den finanziellen Ressourcen, schließlich wird die 97jährige Tante, die einen immer so großzügig versorgt, nicht ewig leben. Mit dem Reifezeugnis in Händen wird’s allerdings erst richtig kompliziert, vor allem deshalb, weil man noch immer die meiste Zeit sitzt : als Student der Kunstgeschichte unter lauter schönen Frauen, als Taxifahrer im Auto, um Geld zu verdienen, vor dem Computer des Mitbewohners, um zu spielen, und am Küchentisch der WG, um zu essen.

Doch merke : Auch als Sitzer lernt man irgendwann, wie man zu leben hat in einer Gesellschaft, die keine Helden mehr kennt. Und deshalb geschieht etwas mit Charlie Kolostrum, das sein Leben verändern wird.

Das Buch ist wieder in dem kleinen englischen Buchladen in der Nähe des Heidelberg-Hauses bestellt und liegt normalerweise ab Anfang Dezember dort vor : Book In Bar, 8, rue du Bras Tél. 04 67 66 22 90 ou 04 67 66 22 91, demander Raphaëlle Rott

Bis dahin viel Spaß beim Lesen wünschen

Hans Demes (Pädagogischer Leiter Heidelberg-Haus) und Nicole Leier und Gerhard Wieser (LektorInnen am Germanistischen Institut der Universität Paul Valéry)

Le Cercle littéraire est animé par Nicole Leier (DAAD) et Gerhard Wieser, lecteurs au Département d’allemand de l’université Paul Valéry - Montpellier III et Hans Demes, Responsable Pédagogique de la Maison de Heidelberg Contact : Maison de Heidelberg - Hans Demes 04 67 60 48 11


Maison de Heidelberg
4, rue des Trésoriers de la Bourse
34000 - Montpellier
tél : 04 67 60 48 11

[ Plan d'accès ]